Einerseits bin ich vernetzt im WWW, per Telefon, Mail, Natel, Postadresse (die gibt es ja auch noch). Ich bin praktisch jederzeit vernetzt, habe Elektrizität in Reichweite, mein Natel ist im Dauerbetrieb, das WWW ist praktisch immer und überall (durch ominöses W-LAN) zugänglich, auch jetzt ist das Breitbandkabel eingesteckt, obwohl ich es gerade nicht nutze. Nachrichten kommen über das Radio, das WWW, den TV und die Zeitung täglich mehr als mehrfach ins Haus und sind auch unterwegs stets abrufbar. So bin ich ständig mit der Welt vernetzt und erreichbar für alle möglichen und unmöglichen, nötigen und leider auch unnötigen und lästigen Nachrichten und Informationen meiner Mit- und Umwelt.
Andererseits fühle ich mich stets mit einer handvoll (oder auch ein paar mehr) Mitmenschen verbunden. Menschen, die mir viel bedeuten. Mit denen ich gerne Zeit verbringe, die ich gut kenne (und sie mich ebenso), von denen ich weiss, wo sie dran sind und was sie so tun. Die Vernetzung in meinem Freundeskreis ist zum Glück nicht voll von unnötigen Informationen oder lästigen
Telefonanrufen, ob ich nicht doch noch die Krankenkasse wechseln möchte (obwohl ich schon mehrmals abgesagt habe und die unnützen Anrufe als unerwünscht bezeichnet habe). Klar, ganz ohne Technik ist der Kontakt zu Freunden nicht immer möglich, aber das ist nebensächlich. Unter Freunden gibt es nach meinem Verständnis keine überflüssigen Informationen und Neuigkeiten. Für mich ist dieser Austausch ein Teilnehmen, Teilhaben und Teilsein am/im Leben anderer, was ich für mich persönlich und an meinem Freundeskreis äusserst hoch wertschätze.Christof Hohl, 04B
